Kräutergärten Biowipptal

Am „Steirerhof“ in Wiesen bei Sterzing, bekannt unter dem Label Kräutergärten Biowipptal, werden Heil- und Würzkräuter nach biologischen und ökologischen Richtlinien angebaut. Der gesamte Anbau erfolgt händisch und unter Berücksichtigung der Rhythmen der Natur. Das Ernten der Blüten und der Kräuter geschieht zum „balsamischen Zeitpunkt“. Dann werden diese hochwertigen Produkte aus den Kräutergärten Biowipptal am Hof selbst veredelt und auf den lokalen Märkten verkauft. Inzwischen sind die so gewonnenen verschiedenen Teesorten, Verdauungsmittel, Kosmetika und viele mehr von zahlreichen Kunden sehr geschätzt. Qualität und Handarbeit schmeckt man eben.

Um die besonderen Leistungen der Unternehmerfamilie zu unterstützen hat Architekt Andreas Gruber ein landwirtschaftliches Gebäude entwickelt, das den besonderen Anforderungen einen qualitativen Verarbeitung der Kräuterprodukte gerecht wird. Die dafür notwendigen Räumlichkeiten werden in eine Hülle integriert, deren Erscheinungsbild die Authentizität und Natürlichkeit des ökologischen Anbaus und der Produktverarbeitung widerspiegelt. Der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen stellt auch für den Entwurf und dem Fassadenbild die wichtigste Prämisse dar. Das Lärchenholz aus dem hofeigenen Wald wurde ganzheitlich und ohne Reste verwertet. Damit schließt sich der Kreislauf des bäuerlichen Seins. Dieser Selbstverständlichkeit hat die bäuerlichen Familien in der Umgebung stets über Jahrhunderte begleitet und wird in diesem Sinne auch Charaktergebend für das Gebäude.

Unter Berücksichtigung der bestehenden charaktergebenden Bausubstanzen im Dorf sowie der einzelnen Fragmente der Hofstelle „Steirer“ stellt das landwirtschaftliche Gebäude einen einfachen ruhige Baukörper dar, der im Dialog mit dem Umfeld eine lebhafte und heitere Atmosphäre schafft. Die von den traditionellen bäuerlichen Strukturen des Ortes abgeleitete Architektursprache wurde in einem moderat-modernen Geist interpretiert und weiterentwickelt und ergibt auf diese Weise einen Mehrwert für die Siedlungslandschaft.

„Die Ameisen am Dach des landwirtschaftlichen Gebäudes stehen als Metapher für die naturverbundene und bodenständige Arbeit am Hof und den unermüdlichen Einsatz für die höchste Qualität der Produkte.“

Architekt Andreas Gruber- Schabs

Die Skulpturen wurden von den Bauherren in den letzten Wintermonaten in Eigenregie aus rohen Holzblöcken des hofeigenen Waldes angefertigt. Die Kunst ist ein integrativer Bestandteil im Leben der bäuerlichen Familie.